Freiherr-von-Vincke-Realschule

Die Ganztagsrealschule in Minden

2016/17

Jahrgang 8

Einblick ins „Gerichts - Leben“ 

Am Donnerstag, den 23.02.2017 durften wir Jugendliche des Sowi-Kurses 8sw von Frau Peters drei spannende Gerichtsverhandlungen am Mindener Amtsgericht miterleben.

Nachdem sich alle gegen 8.30 Uhr vor dem Gebäude eingefunden hatten, wurden die Jugendlichen in kleinen Gruppen durch eine Sicherheitsschleuse geschickt. Danach fanden wir uns schon nach ein paar Sekunden wieder alle zusammen im Inneren des Amtsgerichtes und wurden in drei Gruppen so aufgeteilt, dass jede Gruppe einen „Fall“ übernehmen sollte, indem wir ein Gerichtsprotokoll führen mussten. Nachdem alle noch einmal gründlich darauf hingewiesen wurden, dass wir doch bitte unsere Handys ausschalten sollten, ging es auch schon los. 

Wir kamen in den beindruckenden Gerichtssaal und bekamen die Anweisung, dass wir auf den harten Holzbänken Platz nehmen sollten. Es ging direkt spannend los: Ein schon mehrfach verurteilter 20 Jahre alter Heranwachsender stand auf einmal vor uns im Gerichtssaal. Nach seinem ca. zweistündigen Prozess und sieben Zeugenvernehmungen verurteilte der Richter den Heranwachsenden (so wurde er laut Jugendgerichtsgesetz behandelt), der einem Passanten ein Messer in den Rücken gerammt hatte und während der Tat unter Drogen und 1,86 Promille stand, zu dreieinhalb Jahren Haft.

Nach einer kurzen Unterbrechung ging es in der folgenden Verhandlung etwas einfacher zu. Hierbei handelte es sich um einen Mann, der es „geschafft“ hatte dreimal innerhalb von  einer Woche beim Schwarzfahren erwischt zu werden. Dieser Fall war außer, dass sein Handy klingelte, relativ unspektakulär. Doch kam ihm sein Schwarzfahren teuer zu stehen, denn er musste 1200 Euro Strafe zahlen. Er durfte diese aber in Raten abbezahlen.

Der dritte und letzte Fall war wieder etwas Besonderes, da es sich um einen Heranwachsenden aus Guinea handelte, der per Flugzeug nach Deutschland gekommen war, nun in Petershagen als geduldeter Flüchtling lebte und in Dortmund auf die schiefe Bahn geriet, weil er Marihuana bei sich hatte und der Verdacht bestand, dass er dieses auch verkauft hatte. Schlussendlich wurde er mit 3,56 Gramm Marihuana  erwischt. Der Prozess gestaltete sich schwierig, denn er sprach nur Französisch, obwohl eine Übersetzerin ihm zur Seite stand. Da er sowieso abgeschoben werden sollte, bekam er nur 80 Sozialstunden als Strafe, obwohl er schon im Dauerarrest gesessen hatte.

Nach diesen spannenden drei Prozessen hatten wir noch die Möglichkeit uns die Arrestzellen anzusehen, was auch sehr aufschlussreich und etwas abschreckend war.

Die sechste Stunde fand dann wie gewohnt in der Schule statt.

Insgesamt war der Tag sehr spannend und gefüllt mit vielen neuen Erkenntnissen, die wir in der nächsten Sowi-Stunde bei Frau Peters noch nachbereitet haben. 

Max Wullbrandt, 8d , 14.03.2017